Belarus-Hilfe Wir machen nicht nur Kinder- und Jugendarbeit, sondern pflegen auch eine intensive Partnerschaft nach Weißrussland. Hintergrund 2005 - Hilfstransport und Arbeitseinsatz in Sabresje (ein Bericht von Peter Maurer) Wir arbeiten seit 1994 mit dem CVJM Friedensnetz zusammen an der Versöhnung mit den Völkern der ehemaligen Sowjetunion. Zur Versöhnung gehört nicht nur d ie Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern das Wahrnehmen der derzeitigen Probleme. Zu den politischen und wirtschaftlichen Problemen, die die Republik Belarus (Weißrussland) zur Zeit hat, kommen die Folgen des Reaktorunglücks. Weißrussland wurde hiervon am stärksten betroffen. Etwa 70 % der Strahlung gingen dort nieder. Ein Fünftel der Ackerflächen ging verloren. Das Land hat immer noch erhebliche Ausgaben zur Bekämpfung der Katastrophenfolgen. Die Menschen sind nicht nur äußerlich der Strahlung ausgesetzt, sondern nehmen täglich mit der Nahrung auch Strahlung auf. Dies ist besonders für die Kinder - da sie im Wachstum sind - eine gefährliche Situation. Unterstützen Sie uns bei - Urlaub vom verstrahlten Alltag - Hilfskonvois - Baumaßnahmen in Sabresje - Pflege einer Freund- und Patenschaft in Sabresje - Hilfe beim Aufbau des CVJM Woloshin © CVJM Schierstein 2016 Made with Xara Am Dienstag dem 9. August 2005, gegen 16.00 Uhr fuhr unser Trupp vom CVJM Schierstein nach Weißrussland los. Mit im Gepäck dabei waren Eberhard Klar, Christoph Schütz, Günter Uftring und Peter Maurer. Mit einem Sprinter mit Anhänger sowie einem Ford Transit starteten wir vom Wasserwerk Schierstein zu unserer langen, anstrengenden Fahrt in den kleinen Ort Sabresje, etwa 80 km vor Minsk. Es wurden viele Arbeitsmaterialien für die Baumaßnahme mitgenommen. Zur Freude der Lehrer und Schulkinder wurden 35 Schultische und 70 Stühle mitgebracht. Zwischen 24.00 Uhr und 00.30 Uhr wurde die deutsch-polnische Grenze bei Görlitz erreicht. Die Abfertigung an der Grenze gegenüber vergangenen Zeiten war ein Kinderspiel (dank EU). Aber dies sollte nur bei der Einreise nach Polen so einfach sein. Die polnisch-russische Grenze erreichten wir in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen 19.00 Uhr. Bei Ankunft an der Grenze war keine Abfertigung möglich, da die Computer ausgefallen waren. Nach zwei Stunden ging die Abfertigung weiter. Doch leider nicht wie erhofft: fast hätten uns erneut die Schikanen, bedingt durch den Formalismus, zur Umkehr gezwungen. Nach langen Telefonaten zwischen den Zöllnern und der Leiterin (Dolmetscherin CVJM Woloshin) konnten wir nach 12 Stunden Zwangsaufenthalt weiter an unser Ziel Sabresje fahren. Nach über 50 Stunden Fahrt kamen wir müde und erschöpft endlich an. Wir wurden wie immer sehr herzlich empfangen. Die Mitarbeiter und Lehrerinnen der Schule hatten ein sehr gutes gemeinsames Essen vorbereitet. Am nächsten Morgen ging es dann frisch- fromm- fröhlich- frei an die Arbeit. Wir teilten uns in zwei Gruppen, um die anfallenden Arbeiten so schnell wie möglich zu erledigen. Nachdem die Vorarbeiten bei den letzten 3 Fahrten bereits soweit fortgeschritten waren, konnten wir dieses Mal unser Projekt „Toilettenanlage“ beenden. Für die Fertigstellung mussten noch Wasserrohre, Trennwände und Waschbecken montiert werden. Die Installation für Beleuchtung, Sicherungskasten mit E-Anschluss und Steuerung für die Heizungsanlage musste ebenfalls noch ausgeführt werden. Eine weitere große Arbeit war die zusätzliche Montage einer Zusatzpumpe mit E-Schaltkasten für den neu gebohrten Brunnen, da es keine Wasserversorgung gibt. Nach zwei Tagen kam eine weitere Gruppe, darunter waren 2 Mitarbeiter, die uns zusätzlich unterstützten. Sie installierten die Heizkörper und einen Boiler und nahmen diese in Betrieb. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme der Toiletten- und Brunnenanlage wurden wir mit einem wunderschönen geselligen Abschiedsabend verwöhnt. Am Donnerstag fuhren wir wieder nach Hause. Das waren anstrengende Tage, aber alle Beteiligten waren über das Ergebnis sehr zufrieden. Für weitere Informationen wendet euch vertrauensvoll an Jürgen Gruber.